Christen beider Konfessionen aus Mengerskirchen und Arborn

pflegen Ökumene unter dem "Dicke Baam"


 

Gemeindereferentin Britta Höhler und stellvertretende Dekanin des ev. Dekanats an der Dill, Anja Vallendorf, zelebrierten des Gottesdienst am "Dicke Baam". Mit dabei auch Praktikantin Leni Stahl.

Seit 2004 feiern einmal jährlich am Knoten beim ,,Dicke Baam'' evangelische Christen aus Arborn und katholische Christen aus Mengerskirchen einen ökumenischen Gottesdienst. Der „Dicke Baam" ist eine über 500 Jahre alte Linde und steht an einer Stelle, wo vor vielen Jahrhunderten die wohl älteste Kirche der Region stand, die Heilig-Kreuz-Kirche. Ein eisernes Kreuz und einige Steine vom Fundament der Kirche sind die letzten Zeugnisse des ehemaligen Gotteshauses genau an der Grenze zwischen den beiden Orten.

In früheren Zeiten haben sich hier die katholischen Christen aus Mengerskirchen und die evangelischen Christen aus Arborn mit Steinen beworfen. Heute beten und singen sie hier gemeinsam. Ins Leben gerufen Wurde der ökumenische Gottesdienst vom Arborner Heimatverein, dem Mengerskirchener Natur- und Wanderverein, dem Verein „Turmmuseum Schloss Mengerskirchen" und den beiden Kirchengemeinden aus Arborn, Nenderoth und Mengerskirchen. Begrüßt wurden die zahlreichen Gottesdienst-Besucher vom ehemaligen Mengerskirchener Bürgermeister Robert Becker. „Vor 5 Jahrhunderten haben sich hier die Glaubenswege nach dem Grundsatz „Cuius regius regio, eius religio - Wessen Gebiet, dessen Religion“ entwickelt, „heute sind wir in ökumenischer Verbundenheit zusammen gekommen.“

Christen aus Mengerskirchen und Arborn trugen beim Gottesdienst Fürbitten vor, die Zimberg-Musikanten begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

„Was uns verbindet ist größer als das, was uns trennt“, so Robert Becker. Sein Dank galt den Initiatoren des ersten Treffens, Roland Krumm, Norbert Schuld und Willi Diehl und dem ehemaligen Burgermeister aus Greifenstein, Bernd Schulze. Er freute sich, dass ihre Ideen noch nach über 20 Jahren gepflegt werden.

Zelebriert wurde der Gottesdienst von der Gemeindereferentin, Britta Höhler (Mengerskirchen) und Pfarrerin und stellvertretende Dekanin des ev. Dekanats an der Dill, Anja Vallendorf, und musikalisch gestaltet von den Zimberg-Musikanten. In ihrem Predigt-Dialog stellten sie denBaam“, unter dem der Gottesdienst stattfand, in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Das Leben ist wie  ein Baum. Er hat Kraft  zu wachsen, hat starke Äste, die sich frei erheben, erblüht nach dem Winter und trägt schließlich Früchte. Der „Dicke Baam" hat viel erlebt. Unter seinen Blättern wurde gesprochen, gebetet und gefeiert. Schon in der Bibel kommen Bäume vor. Der Baum des Lebens steht in der Mitte des Paradieses.Ein Gerechter, der Frucht hervorbringt, ist ein Baum des Lebens, ein Kluger, der sein Wissen weitergibt, ist ein Gewinn für andere Menschen.“ Jesus sei am Holz eines Baumes gestorben, er ist aber auferstanden, um uns das Leben zu schenken. Der ökumenische Gottesdienst unter dem ,,Dicke Baam" sei ein schöner Brauch, der Menschen aus Arborn und Mengerskirchen verbinde.

Im Schatten des "Dicken Baams" nahmen die Besucher aus Arborn und Mengerskirchen am Gottesdienst teil.

Auch in den Fürbitten, gesprochen von Bewohnern der beiden Nachbarorte und in den Segenswünschen, wurde das Leben eines Baumes mit dem Leben des Menschen verglichen. Nach dem Schlusssegen klang das Treffen unter dem ,,Dicke Baam" mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen aus.


Bericht und Fotos: A. Strieder

 

 

 

 


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